Geschichte

Historisches Grauholzschiessen

Geschätzte Schützinnen und Schützen

Grauholz Denkmal (2015)
Grauholz Denkmal (2015)

Ich freue mich, Sie auf das 96. Historische Grauholzschiessen, in Erinnerung an die Schlacht der Berner gegen die Franzosen, einzustimmen und hoffentlich willkommen zu heissen.

Eine Niederlage einzugestehen ist sicher bedrückender, als die Lorbeeren des Sieges zu präsentieren. Dagegen hat es absolut seine Berechtigung, die Lehren aus der erlittenen Niederlage zu ziehen. Das Historische Grauholzschiessen ist Erinnerung und Mahnung an die Ereignisse, die sich am 5. März 1798 im Grauholz zugetragen haben.

Dabei handelte es sich nicht bloss um eine militärische Niederlage. Untätigkeit, Sturheit und List sollten helfen, die alten Strukturen aufrecht zu erhalten. Sturheit, List und Verrat haben die am Kampf beteiligten Truppen demoralisiert.

Seid Einig...

...ist als Mahnung und Aufforderung im Grauholzdenkmal eingemeisselt. Mindestens einmal im Jahr, anlässlich des Grauholzschiessens, nehmen wir Schützen diese beiden Worte in unsere Erinnerung auf. Und mindestens einmal im Jahr bringen wir diese beiden Worte auch in einen direkten Bezug zur heutigen Zeit! Ich hoffe, dass sich nicht nur Schützen über diese beiden Worte Gedanken machen!

Das Grauholzschiessen ist ein Gruppenwettkampf. Stamm- und Gastsektionen werden gesondert klassiert

Für die Stammsektionen des Grauholz-Schützenverbandes wird zusätzlich ein Sektionswettkampf durchgeführt. Junioren und Jugendliche (Jungschützen) haben einen eigenen Wettkampf. Einzelschützen sind an allen Wettkämpfen zugelassen.

Nebst den Wanderpreisen für den Gruppen- und Sektionswettkampf, erhält der beste Einzelschütze ein Sturmgewehr 90, der nächstbeste einen Spezialpreis und der beste Schütze mit dem Sturmgewehr 57 ein Sturmgewehr 57. Der beste Junior/Jugendliche am Grauholzschiessen wird mit einem Bar-Preis ausgezeichnet.

Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme von Schützinnen und Schützen aus Eurer Gesellschaft und wünschen allen viel Erfolg und GUT SCHUSS im Jahr 2019.

Es lebe das Grauholzschiessen 2019!

Mit Schützengruss

Kaspar Jaun, Verbandspräsident

Schlacht am Grauholz

In der Schlacht am Grauholz am 5. März 1798 stellten sich bernische Truppen unter dem Befehl von Karl Ludwig von Erlach der französischen Armee des Generals Balthasar Alexis Henri Antoine von Schauenburg, obschon die Berner Regierung zu diesem Zeitpunkt bereits kapituliert hatte.

Die Verteidiger Berns leisteten, in einem ersten Treffen bei Fraubrunnen und anschliessend im Grauholz, einem bewaldeten Hügelzug unweit der Stadt Bern, erbitterten Widerstand. Viele Frauen, alte Männer und teilweise sogar Kinder der Landbevölkerung schlossen sich den kämpfenden Berner Truppen an und versuchten ihre Stadt vor der französischen Invasion zu bewahren.

1798: Schlacht am Grauholz
1798: Schlacht am Grauholz

Die Übermacht der Franzosen war erdrückend, die Berner wurden sowohl in Fraubrunnen als auch im Grauholz geschlagen. Von Erlach nahm die Reste seiner Armee zurück und versuchte erfolglos, sich auf der Schosshalde vor den Toren Berns (bei der Zufahrt zur Untertorbrücke) noch einmal den Franzosen zu stellen.

Die Regierung Berns unter dem Schultheissen Niklaus Friedrich von Steiger hatte zu diesem Zeitpunkt bereits kapituliert und somit brach der gesamte Berner Widerstand zusammen – trotz des Sieges des Generals Johann Rudolf von Graffenried bei Neuenegg.

Im Glauben, General Karl Ludwig von Erlach habe Bern verraten, wurde er von verzweifelten Bauern bei Wichtrach erschlagen. Von Erlach war auf dem Weg ins Berner Oberland, von wo aus er den Widerstand gegen die Franzosen neu formieren wollte.

An die Schlacht am Grauholz erinnert das 1886 am Grauholz eingeweihte Grauholzdenkmal.