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Das Grauholzdenkmal

 

Anfangs März 1798 wurde das alte Bern und die damalige Eidgenossenschaft besiegt und in ihren Grundfesten erschüttert. Dabei  handelte es sich nicht bloss um eine militärische Niederlage. Die adligen, politischen Führungskräfte konnten nichts anfangen mit der Tatsache, dass das gewöhnliche Volk von den Grundsätzen der Französischen Revolution erfahren hatte. Ausdrücke wie  «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» verbreiteten sich unter den einfachen rechtlosen Bürgern. Reformer und Bewahrer kamen sich in die Quere. Untätigkeit, Sturheit und List sollten helfen, die alten Strukturen aufrecht zu erhalten.

Sturheit, List und Verrat haben die am Kampf beteiligten Truppen demoralisiert. Nach dieser Niederlage wollte man nicht kommentarlos wegstecken. Im Berner Taschenbuch auf das Jahr 1835 schreibt Jeremias Gotthelf: «Nach fünfhundertjährigem ruhmreichen Bestehen machte Bern die Probe; es fiel, aber es bleibt nicht liegen; in dem gebrochenen Stamme blüht ein neues Leben auf, denn der Stamm war nicht faul bis ins Mark hinein».    

Am 29. August 1886 wurde im Grauholz, dort wo ein kleiner Rest des bernischen Heeres versuchte die fremden Eindringlinge zurückzuweisen, ein Denkmal eingeweiht. Durch die Initiative der bernischen Offiziersgesellschaft sollte dadurch den wenigen, die am 5. März 1798 dem Lande die Treue gehalten und als Soldaten ausgeharrt hatten, Dank und Anerkennung bezeugt werden. 1930 musste das Grauholzdenkmal dem entstehenden Remontendepot weichen. Später war es der Bau der N1, der ihm seinen heutigen Standort aufgezwungen hat.

Seid einig ist als Mahnung und Aufforderung im Grauholzdenkmal eingemeisselt. Mindestens einmal im Jahr, anlässlich des Grauholzschiessens, nehmen wir Schützen diese beiden Worte in unsere Erinnerung auf. Und mindestens einmal im Jahr bringen wir diese beiden Worte in einen direkten Bezug zur heutigen Zeit!
 
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